Foto Nummer 6 von „52×2016“

Die sechste Woche des Jahres brachte mir ein neues Objektiv für meine Canon EOS 70D. Mit rd. 50 Euro (inkl. Adapterring) ist es mit Abstand meine günstigste Linse. Das hat auch gute Gründe: Es handelt sich dabei um ein russisches Objektiv, das man bei eBay z.B. aus der Ukraine bestellen kann. Der Komfort bleibt definitiv auf der Strecke, denn zum einen muss die Blende manuell eingestellt werden und zum anderen auch der Fokus. Autofokus wird eh überbewertet…

Ok, eine ganz schöne Umstellung. Warum man sich so etwas antut? Warum man sich eine 58mm-Festbrennweite mit einer maximalen Offenblende von „nur“ f2,0 ohne Autofokus und Blendenwertübertragung kauft?
Meine Hauptmotivation war das Bokeh. Die Scherbe ist so merkwürdig gearbeitet, dass man von einem fehlerhaften Produkt sprechen könnte (Abbildungsstärke ist jedenfalls nicht ihre Stärke). Macht man aber nicht, denn es gibt halt viele Fotografen, die sich das Teil gerade wegen des eigenwilligen Stils kaufen. Ich war auch sofort angetan von dem Look und bin schon gespannt auf meine ersten Tests draußen in freier Natur.

Daneben gibt es aber noch weitere Gründe. Es macht zum Beispiel Spaß, etwas langsamer zu fotografieren. Kein Shooting, wo man zighundert Fotos macht und dann am Rechner aussortiert. Durch den manuellen Fokus und die manuelle Blendenübertragung verlangsamt sich plötzlich das Tempo der Aufnahmen. Ich fotografiere bewusster. Nicht so bewusst wie mit dem guten alten 36 Bilder starken Analogfilm, aber doch ausgewählter.

Ich habe ein paar Rezensionen im Netz gelesen und es gibt Nutzer, die sich für das Helios eine Sonnenblende gekauft haben. Bei allem Respekt, aber das wäre das letzte Zubehörteil, was ich kaufen würde. Bei so einem eigenwilligen Objektiv mit so einem Bokeh will ich ja gerade Lens Flares wenn ich gegen die Sonne fotografiere. Da kann mir gar nicht genug Licht in die Linse knallen und lustige, ungeplante Spielereien erzeugen.

Übrigens: Wer künstlich Lens Flares in seine Bilder integrieren will, dem sei das großartige Light Leaks and Flares-Paket von Krolop und Gerst empfohlen. Die beiden Fotografen produzieren immer wieder neue Leaks und Flares, die man in Photoshop für seine eigenen Aufnahmen nutzen kann. Coole Effekte für wenig Geld, absoluter Kauftipp!

Aber zurück zum eigentlichen Foto. Die Tulpen waren mein erstes Testobjekt und schon hier spürt man, was das Objektiv „leistet“: Bei einer Offenblende von f2,0 ist die hintere Blüte nicht nur unscharf, nein, sie erhält eine Verwischung – fast eine Dopplung der Kontur, die bemerkenswert ist. Ich habe gelesen, dass die Scherbe bei noch größeren Entfernungsunterschieden noch stärkere optische Fehler / Eigenarten hat. Ich bin gespannt auf die nächsten Tests. Heute erst einmal dieses Foto:

Das sechste Bild / rote Tulpen, fotografiert mit meinem neuen Objektiv, einem Helios 44M-6 58mm 1:2
Das sechste Bild / rote Tulpen, fotografiert mit meinem neuen Objektiv, einem Helios 44M-6 58mm 1:2

Und so sieht das gute Teil an meiner Cam aus:

Helios 44M-6 58mm 1:2 an der Canon EOS 70D
Helios 44M-6 58mm 1:2 an der Canon EOS 70D

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